Pen & Paper-Rollenspiele sind Rollenspiele, bei denen man zunächst nichts weiter als Papier und Bleistift benötigt. Daher auch der Name.
Bei einem Rollenspiel geht es darum, dass man gemeinsam mit einer Gruppe von Spielern und meistens einem Erzähler eine Geschichte erzählt und ausgestaltet. Zu vergleichen ist das mit einem Buch oder Hörspiel mit dem Unterschied, dass man die Geschichte ein Stück weit selbst erzählt und mitgestalten kann. Jeder Spieler schlüpft dabei in die Rolle eines Charakters aus der Geschichte und bestimmt dessen Verhalten, Aussehen und seine Handlungen. Der Erzähler hat die Aufgabe, die Umgebung zu beschreiben, der Geschichte einen roten Faden zu liefern und die Rollen aller Charaktere zu übernehmen, die in der Geschichte vorkommen aber nicht von einem Spieler gespielt werden.
Die gespielten Charaktere sind dabei natürlich die Hauptdarsteller der Geschichte und müssen eine bestimmte Aufgabe lösen oder ein Abenteuer bestehen. Dafür ist Teamwork gefragt. Rollenspiel ist also auch ein kooperatives Spiel, zumindest meistens ;).
Einen Charakter zu spielen, heißt bei einem Pen&Paper-Rollenspiel nicht, dass man wie ein Schauspieler eine Figur darstellt. Alles was passiert findet nur in der Fantasie der Spieler statt. Lediglich Dialoge zwischen Charakteren werden tatsächlich geführt. Wie schon beschrieben lässt sich dies gut mit einem Hörspiel vergleichen.
Die genauen Fähigkeiten, die Ausrüstung und sontige Notizen über einen Charakter werden auf einem sog. Charakterbogen festgehalten, hier werden also Stift und Papier notwendig.
Um ein wenig Spannung und Zufall in die Sache zu bringen, gelingen nicht alle Aktionen eines Spielers auf Anhieb. Meist kommen hier Würfel ins Spiel, die darüber entscheiden, ob ein Charakter eine beschriebene Aktion durchführen kann bzw. wie gut ihm diese gelingt. Möchte ein Spieler beispielsweise durch einen Fluss reiten, dann ist die Fähigkeit für das Reiten seines Charkaters gefragt, die je nach Erfahrung des Charakters beim Reiten, gut oder schlecht ist. Der Spieler müsste also Würfeln und der Spielleiter entscheidet, je nach Ergebnis, was tatsächlich geschieht. Je besser der Charakter reiten kann, desto wahrscheinlicher ist natürlich, dass ihm die Aktion auch gelingt. Sollte sein Würfelwurf jedoch ein zu schlechtes Ergebnis liefern, gelingt es ihm nicht durch den Fluss zu reiten. Beispielsweise bekommt das Pferd Angst und der Charakter nimmt ein unfreiwilliges Bad im Fluss.
Die Charaktere der Spieler werden auch von diesen geschaffen. Das bedeutet, dass der Spieler bei der Gestaltung eines Charakters seinen Vorstellungen freien Lauf lassen kann. Dies wird lediglich durch das Spielsystem und die Hintergrundwelt beschränkt. Nicht in jeder Spielwelt ist es zum Beispiel möglich einen Magier zu spielen. Weiterhin ist man eingeschränkt in der Auswahl an Fähigkeiten, die dem Charakter bei der Erschaffung mitgegeben werden können. Meist kann man nur eine gewisse Anzahl an Punkten vergeben. Schließlich wird nicht jeder als Held geboren, der Meister auf allen Gebieten ist.
In den Abenteuern, die ein Charakter erlebt, bekommt dieser Erfahrung. Die Erfahrung kann der Spieler nutzen, um den Charakter zu verbessern oder ihm neue Fähigkeiten zu verleihen. So entwickelt sich der Charakter immer weiter und verändert sich auch mit der Zeit.
Es gibt eine Vielzahl an unterschiedlichen Regelsystemen und Hintergrundwelten für Rollenspiele. Das Regelsystem entscheidet, wie gewürfelt wird und wie die Ergebnisse gedeutet werden. Die Hintergrundwelt, beschreibt die Welt, in der sich die Geschichte abspielt. An verschiedenen Hintergrundwelten gibt es alles was man sich vorstellen kann und jedes Genre und jede Zeitepoche ist vertreten. Von grauer Vorzeit über die Gegenwart zur Science Fiction bis hin zu postapokalyptischen Welten ist alles vorhanden. Egal ob man einen mittelalterlichen Ritter, einen Piraten, Cowboy, oder einen Raumpiloten der Zukunft spielen möchte, für all das lässt sich ein Spielsystem finden. In vielen dieser Fantasiewelten kann man Charaktere aus verschiedenen Völkern wie Menschen, Zwerge, Elfen, Auserirdische, Vampire u.v.v.m. spielen. Dabei existieren oft auch verschiedene Charakterklassen wie Ritter, Geistliche, Magier, Diebe, Hexen, Piloten, Detektive u.v.v.m. die sich auf eine bestimmte Profession konzentrieren. Einige dieser Spielsysteme und Hintergrundwelten sollen in naher Zukunft auf dieser Internetseite vorgestellt werden.
Vor allem bringt es jede Menge Spass, da man eine Geschichte nicht, wie bei Büchern o. ä., nur passiv erlebt sondern tatsächlich dabei ist und sie mitgestaltet. Man kann in eine Rolle schlüpfen, die man im normalen Leben nicht ausleben kann oder will und sich der Herausforderung stellen, sich möglichst gut in die Situation eines Charakters einzufühlen. Dazu reicht nicht, sich vorzustellen, wie man sich selbst fühlen oder wie man handeln würde, wenn man vor einem fauchenden Drachen steht. Es geht darum nachzuvollziehen wie sich der gespielte Charakter fühlt und wie dieser handeln würde. Ein strahlender Held für den sein Mut mehr bedeutet als sein Leben würde zum Beispiel mit erhobenem Schwert auf den Drachen zugehen, was man selbst wohl eher nicht tun würde.
Wer sich bei Filmen oder Büchern fragt, warum Personen in einem brennenden Haus nach oben fliehen, sich auf der Suche nach dem Einbrecher trennen, oder ihren Freunden nicht erzählen, dass sie seit längerem Schatten in ihrem Spiegel sehen weil sie denken sie kommen alleine damit klar, der hat hier die Möglichkeit es besser zu machen.
Weiterhin ist es ein Gesellschaftspiel, bei dem man sehr viel Kommunikation ausüben muss und für den Erfolg gezwungen ist mit den anderen Spielern zu interagieren. Die Abenteuer und Geschichten sind meist dergestalt, dass man kooperieren muss, um die gestellten Probleme zu lösen. Neben dem ganzen Spass übt man also auch soziale Interaktion und kreative kooperative Problemlösung. Auch moralische Konflikte sind an der Tagesordnung. Wie oft kommt man im realen Leben schon in die Situation, sich entscheiden zu müssen, ob man die Prinzessin zu ihrer arrangierten Hochzeit bringt, wie man es ihrer Familie geschworen hat oder ob man sich ihrem Wunsch beugt, sie fliehen zu lassen, und damit seinen Schwur bricht.
Wie bei vielen Dingen ist es sehr schwer Rollenspiel gut zu erklären. Man sollte sich unbedingt selbst ein Bild davon machen, es hat bisher niemand bereut. Eine gute Gelegenheit hierfür bietet unser Spielertreff. Kommt einfach vorbei und erlebt es selbst, hier ist jeder willkommen und wird auch bestimmt ein Spiel finden, dass ihn interessiert.