Rapture – ein “frängisches Däibldob”

 
       

Jeder Spieler kennt den Moment, wenn man die Idee zu einem eigenen System hat. Meistens winken wir diesem Moment dann hinterher, wenn er vorbeigegangen ist. Anders bei René aus Erlangen. Zusammen mit ein paar Freunden ist aus dieser Idee ist das Skrimish-Tabletop Rapture entstanden. Im September könnt Ihr das System auf dem Spielertreff testen. Unter Anleitung von Jan. Wir haben ihn vorab für Euch schon mal ausgefragt.

Reserviert Euch gleich Euren Platz in den Demorunden.

Was begeistert dich persönlich an Rapture?

Unser Skirmisher für 2+ Spieler ist schnell und bietet trotzdem große taktische Tiefe. Die Mechanik der Aktionen und Reaktionen, sowie abwechselnde Aktivierungen, sorgt für sich immer verändernde Spielsituationen. Unsere Fraktionen, von denen schon 3 bekannt sind (Atlantis, Engel, New World Order) sowie die 4. (Konstantinopol / Söldner) spielen sich grundverschieden und bieten so für jeden Spieler das Richtige.

Auch sei erwähnt, dass es bei Rapture um Siegpunkte geht, um das Spiel zu gewinnen. Sprich, ich kann Siegpunkte durch das Ausschalten gegnerischer Einheiten oder durch Missionen erzielen. Jeder Spieler hat in einem Standardspiel 3 Missionen gewählt und zieht dann zufällig eine davon. Da lohnt es sich eine ausgeglichene Kampfgruppe aufzustellen. Dadurch dass Missionen mehr Siegpunkte geben, ist es möglich das Spiel zu gewinnen, obwohl die eigene Kampfgruppe komplett ausgeschalten wurde.

Welchen Hintergrund bespielt Ihr? Welche Geschichten werden erzählt?

Das Spiel spielt in der nahen Zukunft um das Jahr 2050 herum. Nach dem Auftauchen einer mysteriösen Dyson-Sphäre um den Planeten Erde und dem Verschwinden von 95 Prozent der Weltbevölkerung übernehmen neue Fraktionen die Kontrolle über die verbliebene Welt.

Die New World Order beansprucht Großteile der vorherigen Ballungszentren und sieht sich als neue Weltregierung. Die von Menschen als Engel bezeichneten unbekannten Außerirdischen bekämpfen die verbliebenen Menschen unerbittlich. Das alte Volk aus Atlantis kommt aus dem Verborgenen, um seinem alten Feind, den Engeln, entgegenzutreten und ihren rechtmäßigen Platz in der Welt wieder einzunehmen. In der neutralen Stadt Konstantinopol werden indessen andere Pläne geschmiedet…

Die Fraktionen streiten sich untereinander um mehr Einfluss auf der Welt und versuchen gegen die Bedrohung durch die Engel vorzugehen.

Ich verweise gerne auf unseren Prolog der Story, dieser kann bereits jetzt kostenlos auf unserer Hompage als PDF heruntergeladen werden.

Viele haben Ideen – doch Ihr setzt das jetzt alles um, wie kam es dazu? Und wo nehmt Ihr die Motivation her?

Im Jahr 2014 hatte René die Idee zu diesem Spiel und schon kurz darauf arbeiteten wir zu viert an diesem Projekt. Die Idee entwickelte sich immer weiter und befindet sich nun kurz vor der Veröffentlichung. Wir wollten einen Tabletopskirmisher entwickeln, der schnell, einfach und zugleich fordernd ist. Und daher kein Spiel dem anderen gleicht. Auch das Thema der Story um Geheimgesellschaften, Verschwörungstheorien und von uns ausgedachter Alternativgeschichte hat seinen eigenen Reiz.

Beschreib uns Rapture doch mal genau. Wie läuft das Spiel ab?

Gespielt wird auf einer 90×90 cm Spielfläche. Jeder Spieler stellt eine Kampfgruppe aus max. 100 Punkten zusammen. Diese besteht aus einer Fraktion ,zum Beispiel Engel. Danach wählt man aus seinem Pool an Missionskarten 3 Missionen au  ,die man mit dieser Kampfgruppe gerne spielen möchte, mischt die 3 Karten und zieht verdeckt eine davon, welche für dieses Spiel seine Mission darstellt. Der andere Spieler verfährt genauso. Somit hat jeder Spieler seine eigene Mission zu erfüllen, um Siegpunkte neben den Siegpunkten für ausgeschaltete Gegner zu generieren. Wer mehr Siegpunkte am Ende des Spiels besitzt gewinnt. Gespielt werden 6 Runden, aktiviert wird abwechselnd. Wer mit der ersten Aktivierung beginnt wird durch die Summe der Initiative aller eigenen Einheiten errechnet, der sogenannte Kampfwert. Dieser kann im Verlauf des Spiels wechseln. Jede Einheit bei Rapture besitzt eine Spielkarte mit allen Werten und eine bestimmte Anzahl von Aktions- und Reaktionspunkten. Diese werden mit Markern dargestellt. Mit einer aktivierten Einheit kann ich also Aktionspunkte ausgeben um mich zu bewegen oder eine Attacke durchführen. Auf diese Attacke kann dann der Gegenspieler mit einer entsprechenden Reaktion antworten, zum Beispiel mit einem Gegenschlag. Die Einheiten besitzen Lebens – und Moralbalken welche von oben nach unten ausgekreuzt werden. Ich kann also eine Einheit über zwei Wege bekämpfen. Im ersten Fall wird die Einheit vom Spielfeld entfernt, im anderen tritt sie die Flucht an. Sobald die letzte (6.) Runde beendet ist oder ein Spieler keine Einheiten mehr besitzt, endet das Spiel sofort und es werden die Siegpunkte abgerechnet. Eine Besonderheit von Rapture ist es, dass nicht unbedingt der Spieler gewinnt der den anderen ausschaltet. Eine ausgeschaltete Kampfgruppe gibt in der Regel 100 Punkte. Der Erste, der dies schafft, erhält 30 Extrasiegpunkte. Missionen bringen allerdings deutlich mehr Punkte, es kommt also auf die Spielweise an. Der richtige Mix aus Erfüllen der eigenen Mission und Hindern des Gegenspielers an seiner, macht den Reiz des Spiels aus. Spieldauer zwischen 1 und 1,5 Stunden je nach Erfahrungsgrad der Spieler.

Abwechselndes Ziehen kennen wir aus älteren Systemen wie Battletech. Vergleicht Ihr Eure Ideen mit bisherigen Systemen?

Klar sind uns auch bisherige Systeme bekannt. Wir hatten unsere eigenen Idene und Vorstellungen, wie unser Skirmisher technisch funktionieren und ablaufen soll. So wie sich das System jetzt spielt, sind wir sehr zufrieden damit und es erfüllt unsere Erwartungen an einen modernen, schnellen und taktisch anspruchsvollen Skirmisher.

Von welchen Systemen kommt Ihr? Was habt Ihr vorher gespielt oder spielt es jetzt immer noch? Welche „Fehler“ wollt Ihr mit Eurem System beseitigen?

Ich selbst habe vor vielen Jahren mit dem „Herr der Ringe“-Tabletop angefangen. Danach kamen weitere Systeme dazu, Warhammer 40k, Warhammer Fantasy, X-Wing, Flames of War und einiges mehr. Verschiedene Skirmisher waren auch dabei wie Alkemy, keiner hat mich davon langfristig spielerisch überzeugt. Unser System lässt sich prima an einem Spieleabend spielen, da es nicht viele Miniaturen und Zeit benötigt. Da alle Werte und Fertigkeiten der Einheiten auf der jeweiligen Spielkarte vorzufinden sind, sind diese schnell verinnerlicht und das Regelbuch wird nur noch zu speziellen Fragen wie Geländeregeln benötigt. „Fehler” würde ich es nicht nennen, wir möchten es schlicht besser machen und ein tolles Spielerlebnis mit Erinnerungscharakter/Wiederspielwert vermitteln. Jeder kennt diese epischen Momente wie in Spielfilmen… ein toller Teil dieses Hobbys.

Ihr wollt bald auf Kickstarter Euer System finanzieren, auf welche Goodies können sich Eure Unterstützer freuen?

Geplant sind die bereits 3 bekannten Fraktionen als Starterboxen. Dazu wird noch die ein oder andere Miniatur erscheinen, um die Starter zu ergänzen. Natürlich wird es eine exklusive Kickstarter Promo Miniatur geben, sowie Erweiterungen wie Wettereffekte für das Spiel selbst. Auch möchten wir unsere Spielmaterialien wie die Marker gerne aus Plastik anbieten. Was genau davon dann ein Goodie sein wird kann ich noch nicht verraten.

Wo seht Ihr Euch/Euer System in ein paar Jahren?

Hoffentlich in der Tabletopwelt geschätzt und etabliert. Schon das ein oder andere Turnier oder Kampagne ausgerichtet. Es sind noch viele Fraktionen geplant um den Konflikt und die Story weiter voranzutreiben, diese würden wir natürlich auch gerne veröffentlichen.

Wie werden die Demorunden ablaufen?

Auf der Demoplatte werden 6 Runden nach Standard-Regeln gespielt. Jeder der zwei Spieler spielt mit 2 Einheiten, einer Atlantis und einer New World Order. Jeder bekommt eine individuelle Mission. Ich erkläre/moderiere das Spiel von Anfang an und gebe einen großen Einblick in die Regeln und Besonderheiten von Rapture. Sämtliches Spielmaterial bringe ich mit vor Ort… es kann natürlich jeder trotzdem mit seinen eigenen Würfeln würfeln.

Wie bist du zum Tabletop gekommen?

Mein Vater hatte früher immer eine Modelleisenbahn im Keller, dort habe ich als kleiner Junge immer fleißig mitgebastelt. Mit ca. 13 Jahren habe ich dann bei uns in Erlangen den damaligen Comicladen Nummer9 entdeckt. Dieser führte ein großes Tabletopsortiment und ich begeisterte mich gleich für eine Box Fußsoldaten von Minas Tirith (Herr der Ringe). Seitdem bin ich im Tabletopsegment in verschiedenen Systemen unterwegs.

Mehr über Rapture erfahrt ihr hier und hier und hier. Und natürlich am Spielertreff im September. Reserviert Euch gleich Euren Platz in den Demorunden.